Welche Unix-Varianten gibt es?

Die Urform von Unix ist ein für die Benutzung durch mehrere Benutzer konzipiertes Betriebssystem, das im Jahr 1969 entwickelt wurde. Auf Grund der freien Verfügbarkeit und Änderbarkeit des Quellcodes sind im Laufe der Zeit zahlreiche direkte Unix-Derivate, also abgewandelte Formen des originalen Betriebsystems Unix, und unixoide (unixartige) Betriebssysteme, die mit eigenem Quelltext nach dem Vorbild von Unix entwickelt wurden, entstanden. Unter den echten Unix-Derivaten sind heute Mac OS X von Apple und seine Abwandlungen am populärsten. Das bekannteste und verbreitetste unixartige Betriebssystem ist Linux mit all seiner Vielfalt unterschiedlicher Distributionen. UNIX-Systeme sind im Grunde Kommandozeilen-Betriebssysteme, ähnlich wie MS-DOS, denen aber eine grafische Benutzeroberfläche übergestülpt wurde. Eine technische Besonderheit von Unix ist, dass alles, auch Geräte, wie Dateien angesprochen werden. Es gibt keine Laufwerksbuchstaben, und die Adresse eines Gerätes ist formal nicht von der einer Datei oder eines Verzeichnisses zu unterscheiden. Allgemein durchgesetzt hat sich diese Art der Adressierung im Internet.

Das Ur-Unix und seine Derivate

Die ursprüngliche Schreibweise des Namens war “Unics” und wurde erst später in “Unix” geändert. Es handelt sich um eine Marke der Open Group, eines Zusammenschlusses der ursprünglichen Entwickler. Für zertifizierte Systeme, die vor allem in den 1970er und 80er Jahren eine Bedeutung hatten, wird der Name in Großbuchstaben, also “UNIX” geschrieben, während die Schreibweise “Unix” für nicht zertifizierte Weiterentwicklungen Verwendung findet. Das erste bedeutende Unix-Derivat war das von der Universität Berkeley herausgegebene BSD, das ähnlich wie DG/UX aus einem zertifizierten UNIX hervorging. Noch heute spielen beispielsweise HP-UX, AIX, IRIX und Solaris bzw. OpenSolaris eine gewisse Rolle. Die größte Rolle unter den heutigen direkten Weiterentwicklungen spielt Mac OS X als das Betriebssystem für Macintosh-Computer der Firma Apple, und ist vor allem bei der professionellen Grafik- und Videobearbeitung seit langem von Bedeutung. Hierauf beruhen auch die standardmäßigen Betriebssysteme für iPhone, iPod, iPad und Apple TV.

Unixartige Betriebssysteme

Einige Betriebssysteme sind zwar keine direkten Modifikationen des originalen UNIX und somit sozusagen keine historischen Nachkommen des Originals, haben aber die gleichen, als POSIX bezeichneten Funktionen eingearbeitet und werden deshalb als unixartige oder unixoide Betriebssysteme zur selben Familie gezählt. Die unixoiden Betriebssysteme bestehen komplett aus einem eigenen Code, der nichts vom Original-Unix enthält. Das schon oben erwähnte Betriebssystem BSD, welches zuerst ein zertifiziertes UNIX war und sich dann als Unix-Derivat weiter entwickelte, wurde in den 1990er Jahren schließlich so weit umgeschrieben, dass es in der letzten Version keinen Originalcode mehr enthält und somit unixoid wurde. Aus einem Unix-Klon namens Minix aus den 80er Jahren entstand 1991 Linux, welches heute wegen der großen Zahl von Distributionen und alternativen Benutzeroberflächen das vielgestaltigste Betriebssystem ist. Neben einer größeren Anzahl bekannterer Distributionen, die von großen Distributoren gepflegt werden, gibt es von diesen wiederum unzählige kleinere Abwandlungen für besondere Zwecke. Verbreitete Benutzeroberflächen wie Gnome oder KDE gibt es inzwischen auch in Abwandlungen für Netbooks, und ferner gibt es eine Reihe weiterer alternativer Oberflächen, wie zum Beispiel Xfce oder LXDE. Während Linux auf heimischen Computern trotz seiner Vielfalt eher eine Randerscheinung ist, spielt es vor allem als Betriebssystem für Internet-Server schon seit langer Zeit eine große Rolle.

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