Linux: Ein Kernel – zahlreiche Distributionen

Linux ist nur die Bezeichnung für den von Linus Torvalds betriebenen Kern des Betriebssystems den Kernel: Linux gibt es also lediglich nur einmal. Erst mit einer anderen Software kann das Betriebssystem entstehen. Man benötigt eine C-Bibliothek, eine grafische Oberfläche, Systemwerkzeuge und andere Bausteine. Diese Zusammenstellungen bezeichnet man gemeinhin als Distributionen, die auch als Linux-Varianten bekannt sind. Der Kernel ist aber bei allen Distributionen immer gleich. Man findet unter anderem auch die Bezeichnung GNU-Linux. Diese Bezeichnung wird von dem Gründer des GNU-Projektes bevorzugt, denn viele markante Bausteine der zahlreichen Linux-Distributionen haben hier ihren Ursprung und wurden sukzessive weiter entwickelt.

Distributoren stellen die Linux-Varianten zusammen

Die Distributionen werden von den Distributoren zusammengestellt. Red Hat, Ubuntu, Suse, Debian sind einige dieser Linux-Varianten und die bekanntesten. Linux selbst ist kostenfrei. Die einzelnen Distributionen kann man auf DVD bestellen. Diese sind kostenpflichtig.
Es gibt eigentlich unzählige Linux-Distributionen. Man spricht in Fachkreisen von einer Zahl, die bei ungefähr 600 Varianten liegen soll. Davon sind rund 350-450 aktiv. Die Zahl ist jedoch sehr vage, denn fast täglich erscheinen neue Varianten.

Drei große Distributions-Gruppen

Die Distributionen kann man grob in drei Gruppen aufteilen: Zu der Debian-Gruppe gehören das auf Server und professionellere Anwender abgestimmte Debian GNU/Linux. Auf diesem wieder begründet das von Canonical betriebene Ubuntu.
Die Red-Hat-Gruppe beinhaltet die Distributionen, die die von Red Hat betriebenen und subventionierten Fedora-Projektes beinhalten. Zugleich fällt auch das auf die Fedora aufbauenden Red Hat Enterprises Linux unter diese Gruppe. Die Suse-Gruppe führt die von Novell subventionierten Open-Suse-Gruppen unter sich, sowie die darauf abgestimmte Distribution Suse Linux Enterprise. Diese Distribution gibt es in einer Desktop Variante, die sich SLED nennt und in einer Servervariante, der SLES.
SLED, SLES und RHEL werden mehr als fünf Jahre gepflegt, wenn man sie kostenpflichtig erwirbt.

Unterscheidung durch distributionsspezifische Softwaredepots

Die Linux-Distributionen unterscheiden sich in den Designs und durch distributionsspezifische Softwaredepots. Auch die verschiedenen Installationsprogramme und Konfigurationen sind Unterscheidungsmerkmale zwischen Fedora, Ubuntu, Debian, und Open-Suse. Die Software beruht dabei immer auf dem gleichen Kernel, dem X-Server, der C-Bibliothek, den GNU-Tools, der Python-Interpreter, dem Gnome und KDE.
Die einzelnen Distributoren bauen zahlreiche Zusatzfunktionen ein. Das kann zum Beispiel ein Treiber sein, der noch nicht im offiziellen Kernel eingebaut ist.
Es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch zahlreiche feine und kleine Unterschiede bei den Variationen. Deshalb kann man nicht plötzlich wechseln, sondern benötigt einige Zeit, um sich einzuarbeiten. Dabei kommt es auch vor, dass die Hardware, die bei einer Distribution problemlos konfiguriert wurde bei einer anderen Distribution nicht oder nur mit erheblichem Aufwand läuft.
Einsteiger sollten zu Beginn die Distribution wählen, bei der sie am einfachsten unterstützt werden können. Hier leistet Fedora gute Dienste, wenn man Kontakte zu dieser Gruppe hat.
Opensuse ist hier in Deutschland am bekanntesten. Hier ist es leicht, in den einschlägigen Foren Artikel zu finden, die weiter helfen. Auch Ubuntu ist sehr einfach für Einsteiger und erfreut sich in Foren immer mehr an Beliebtheit, sodass auch hier eine Hilfe schnell zu erhalten ist.
Man kann schon von verschiedenen Betriebssystemen sprechen. Gemeinsam haben diese nur die Nutzung des gleichen Kernel. Smartphones, die den Linux-Kernel benutzen, bedienen sich auch Bausteinen, die bei den bekannten PCs verwendet werden.

Image: pixeltrap – Fotolia

Ähnliche Beiträge: