Die Geschichte des Betriebssystems Linux

Im Jahr 1991 begann Linus Torvalds in der finnischen Hauptstadt Helsinki damit, eine Terminal Emulation zu entwickeln um seinen Computer besser zu verstehen. Nach einiger Zeit fiel ihm auf, dass sein System immer größere Ähnlichkeiten mit einem vollständigen Betriebssystem aufwies. In einer Usenet Gruppe kündigte er es danach als Minix, comp.os.minix an. Für Interessierte sollte das System im September 1991 auf einem Server zum Download zur Verfügung stehen. Torvalds damaliger FTP-Server-Administrator war von dem vorgesehenen Namen Freax bzw. Buggix nicht sehr angetan und stellte es deswegen in einem Ordner mit dem Namen Linux auf dem Server zur Verfügung. Am Anfang sprach sich Torvalds gegen diesen Namen aus, aber musste sich nach einer Weile eingestehen, dass der Name besser war als seine Ideen.

Lizenz verbot kommerzielle Nutzung

Zu dieser Zeit wurde Linux noch mit einer eigenen Lizenz veröffentlicht, die eine kommerzielle Nutzung nicht erlaubte. Kurze Zeit später änderte Torvalds seine Einstellung und überließ den Entwicklern mehr Freiraum. Im Januar 1992 stellten er und seine Mitautoren Linux unter die GNU GPL. Die GNU GPL ist eine Freie Software Lizenz und machte Linux zu einem freien Betriebssystem. Fortan wurde Linux in die GNU integriert und als das erste freie Betriebssystem zur Verfügung gestellt.
Durch diesen Schritt interessierten sich immer mehr Entwickler an Linux, da es die Verbreitung und Modifizierung einfacher machte. 1996 rief Torvalds einen Wettbewerb ins Leben um ein geeignetes Maskottchen für Linux zu finden. Festgelegt war nur, dass das Maskottchen ein Pinguin sein sollte. Resultat war der, mittlerweile überall bekannte, Tux.

Anfänglich wurde die Bezeichnung Linux nur für den von Torvalds geschriebenen Kernel benutzt. Der Kernel wurde zu Beginn auf Minix verwendet. Erst nach dem Linux unter der GNU GPL vertrieben wurde, integrierte man den Kernel in GNU. Diese GNU Variante avancierte schnell zur meist genutzten Variante, da noch keine anderen funktionierenden freien Kernels zur Verfügung standen.
Als Torvalds und seine Mitstreiter begonnen das gesamte Betriebssystem Linux zu nennen, wollte der Begründer des GNU Projekts, Richard Stallman, den Namen GNU/Linux durchsetzen. Damit sollte gewährleistet werden, dass die Rolle von GNU hervorgehoben wird.
Es folgte ein regelrechter Namensstreit. Die Distributoren und ein Großteil der Entwickler wiesen darauf hin, dass ein großer Teil der Software die mit Linux ausgeliefert wird, nicht aus dem GNU Projekt stammt.

Linux-Entwicklungen heute

Torvalds organisiert immer noch die Entwicklung des Linux Kernels. Er ist hierfür bei der gemeinnützigen Linux Foundation angestellt. Die anderen wichtigen Entwickler werden meistens von unterschiedlichen Unternehmen bezahlt.
Um das Betriebssystem für eine große Nutzerzahl interessant zu machen werden andere Projekte in Linux integriert. Die Benutzeroberflächen KDE und GNOME besitzen einen hohen Bedienkomfort. Mittlerweile können auch Anfänger, dank Desktop Distributionen, Linux problemlos installieren und konfigurieren.
Die Entwickler und Nutzer von Linux sind mittlerweile weltweit zu finden. Sie erstellen eigenständig weitere Software rund um Linux, wodurch die Einsatzmöglichkeiten immer vielfältiger werden. Auch die Hersteller bekannter Software stellen immer häufiger spezielle Versionen für Linux her.
Entwickelt wird die freie Software von sowohl bezahlten, als auch ehrenamtlichen Entwicklern. Ein Großteil der Absprache und Organisation findet über das Internet statt.

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